Schmidt Küchen: Marken-Überblick 2026
·Nohfelden (Saarland, DE) / Lièpvre (Elsass, FR)·seit 1934
Unser Gesamtergebnis
Unser Fazit
Redaktionelle Einschätzung: Schmidts Stärke liegt in der millimetergenauen Fertigung – die Maßbereiche aus dem Katalog 2026 belegen einen Spielraum, den Serienhersteller nicht bieten – und in ungewöhnlich langen, öffentlich bezifferten Garantiefristen. Der Vertrieb ausschließlich über Vertragshändler begrenzt Erreichbarkeit und Vergleichbarkeit und verlagert Planung wie Montage auf das einzelne Studio. Für Räume mit Standardmaßen fällt der Maßfertigungsvorteil klein aus, für Altbau, Dachschrägen, Nischen und für Menschen mit ungewöhnlicher Körpergröße dagegen deutlich ins Gewicht. Wer eine hochwertige Arbeitsplatte plant, sollte den Garantieumfang für genau dieses Material schriftlich klären.
Stärken
- Maßfertigung in drei Dimensionen (3D FIT)
- 10 Jahre Garantie auf Möbelteile und Schichtstoffarbeitsplatten, 25 Jahre auf Scharniere und Auszugsschienen
- 19 mm Plattenstärke, 1,4 mm Dickkante und serienmäßig gedämpfte Scharniere – im Katalog 2026 beziffert
- 62,5 cm tiefe Unterschränke mit laut Hersteller 26 % mehr Stauraum
- Belegte Zertifikatslage: B Corp mit 84,3 Punkten, vierfache ISO-Zertifizierung, PEFC, NF Ameublement mit öffentlicher Produktliste
Schwächen
- Vertrieb nur über eigene Studios – der Hersteller nennt für Deutschland zwischen 17 und 29 Standorte
- 10-Jahres-Garantie deckt laut Katalog nur Schichtstoffarbeitsplatten
- Keine öffentlichen Preis- oder Lieferzeitangaben, auch nicht im Katalog 2026
- Widersprüchliche Unternehmenszahlen: 1,6 Mrd. € (Website) gegen 602 Mio. € (Impact-Report), 8.600 gegen „fast 8.000“ Personen im selben Bericht
- Zu Beschlagmarken, Auszugsbelastung, Emissionsklassen und Ersatzteilverfügbarkeit veröffentlicht der Hersteller nichts
Schmidt ist ein Hersteller mit deutschen Wurzeln und französischem Schwerpunkt, der ausschließlich maßgefertigt und ausschließlich über eigene Marken-Studios verkauft – nicht über den Mehrmarken-Fachhandel. Das prägt Beratung, Planung und Preisfindung stärker als jedes Frontmaterial. Seit August 2026 liegen uns zusätzlich der Herstellerkatalog 2026 und der Impact-Report 2025 vor: Damit lassen sich Maße, Materialien, Oberflächen, Garantiefristen und Zertifikate erstmals Seite für Seite belegen – einschließlich der Stellen, an denen sich die Angaben des Unternehmens widersprechen.
Hinweis zur Einordnung: Dieser Beitrag ist kein Produkttest. Wir haben keine Schmidt-Küche unter Laborbedingungen geprüft, keine Belastungsmessungen und keine Langzeitbeobachtung durchgeführt. Grundlage sind (1) der Katalog „Schmidt Katalog 2026 (DE)“ und der „Impact Positive Report 2025“ der Schmidt Groupe, die uns der Hersteller im August 2026 offiziell und mit ausdrücklicher Verwendungserlaubnis überlassen hat, (2) die öffentlich zugänglichen Herstellerseiten home-design.schmidt und groupe.schmidt (Abruf 12.08.2026) sowie (3) unsere klar gekennzeichnete redaktionelle Einordnung. Angaben, die wir nicht belegen können – etwa Beschlagmarken, Emissionsklassen, konkrete Küchenpreise oder Lieferzeiten – nennen wir bewusst nicht. Seitenangaben zum Katalog beziehen sich auf die PDF-Seiten der uns vorliegenden Fassung; die aufgedruckten Seitenzahlen liegen jeweils rund zwei höher.
Kurzprofil: Schmidt im Überblick
Herkunft: deutsch gegründet, französisch gewachsen
Schmidt wird häufig als französische Marke wahrgenommen. Das greift zu kurz – und die Firmenhistorie ist interessanter als die Kurzfassung.
1934 gründete Hubert Schmidt im Alter von 27 Jahren einen Maurerbetrieb in Türkismühle im Saarland; seine Frau Antonia führte die Verwaltung. Mit Möbeln hatte das Unternehmen zunächst nichts zu tun, es baute Ein- und Mehrfamilienhäuser. Erst nach dem Krieg schlug ein Kunde den Einstieg in die Küchenmöbelfertigung vor. 1946 entstand die erste Produktionshalle in Türkismühle, 1948 wurden auf der Messe in St. Wendel die ersten Möbel gezeigt – darunter das „Heidi-Buffet“. Das ist nach Darstellung des Unternehmens die Geburtsstunde von Schmidt Küchen. Der Katalog 2026 nennt dieses Möbelstück bis heute als Ausgangspunkt der Markengeschichte: „Vom ikonischen Heidi-Buffet bis zum modernen 3D-FIT-Konzept – unser Know-how entwickelt sich stetig weiter“ (Katalog 2026, S. 4).
Nach dem Saar-Referendum von 1957 lagen die Absatzmärkte überwiegend in Frankreich. Um Zollgebühren zu vermeiden, kaufte Hubert Schmidt eine alte Spinnerei in Lièpvre im Elsass; am 6. Juli 1959 nahmen dort rund 20 Arbeiter aus dem Saarland die Produktion auf – der Beginn der Marke Cuisines Schmidt mit damals 57 Angestellten. 1983 wurde das Unternehmen in SALM (Société Alsacienne de Meubles) umbenannt, 2016 kehrte es mit dem Namen Schmidt Groupe zum Gründernamen zurück.
Geführt wird die Gruppe von Anne Leitzgen, einer Enkelin des Gründers; der Impact-Report 2025 führt sie als Vorstandsvorsitzende und Laurent Blum als Generaldirektor (S. 5). Das deutsche Unternehmen firmiert als SCHMIDT Küchen GmbH mit Sitz in der Hubert-Schmidt-Straße in 66625 Nohfelden im Saarland. Türkismühle ist bis heute Produktionsstandort – der einzige außerhalb Frankreichs; der Impact-Report bezeichnet ihn ausdrücklich als „historischen Standort“ (S. 31).
Wer Schmidt also mit „französischer Hersteller“ abkürzt, unterschlägt den saarländischen Ursprung und die bis heute bestehende deutsche Fertigung. Umgekehrt wäre „deutscher Hersteller“ ebenso schief: Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Elsass, wo fünf der sechs Werke stehen und nach Unternehmensangaben 1.700 der 1.900 Beschäftigten arbeiten.
Unternehmenszahlen aus zwei Quellen
Die folgenden Kennzahlen stammen aus zwei Herstellerquellen: dem Impact-Report 2025 (Stichtag 31.12.2024) sowie den Konzern- und Markenseiten groupe.schmidt und home-design.schmidt (Abruf 12.08.2026). Wir haben sie nicht unabhängig geprüft. Wo die beiden Quellen voneinander abweichen, weisen wir das aus, statt eine Zahl auszuwählen.
Die 1,6 Milliarden und die 602 Millionen: warum beide Zahlen kursieren
Wer zu Schmidt recherchiert, stößt auf zwei Umsatzzahlen, die um den Faktor 2,7 auseinanderliegen. Beide stammen vom Unternehmen selbst:
- 1,6 Mrd. € – genannt auf der Konzernseite groupe.schmidt im Zusammenhang mit dem „erweiterten Unternehmen“ von 8.600 Personen (Abruf 12.08.2026).
- 602 Mio. € – ausgewiesen im Kennzahlenblock des Impact-Reports 2025 unter der schlichten Beschriftung „Umsatz“, Stand 31.12.2024 (S. 29). Dazu passend: 76 Mio. € internationaler Umsatz, laut Bericht „13 %“ – rechnerisch 12,6 % von 602 Mio. €. Die 76 Mio. € beziehen sich also erkennbar auf die 602 Mio. €, nicht auf die 1,6 Mrd. €.
Was daraus folgt – und was nicht. Der Impact-Report definiert seine Umsatzgröße an keiner Stelle: kein Rechnungslegungsstandard, keine Angabe, ob Konzern- oder Netzumsatz gemeint ist. Naheliegend ist, dass die kleinere Zahl den Umsatz des Herstellers beschreibt und die größere den Umsatz des gesamten Händlernetzes aus 920 Studios, das dem Konzern nicht gehört. Belegt ist diese Erklärung nicht – sie steht in keiner der beiden Quellen, und wir behaupten sie deshalb nicht als Tatsache. Belegbar ist nur: Es sind zwei unterschiedliche Bezugsgrößen, die nicht miteinander verrechnet werden dürfen.
Denselben Vorbehalt braucht die Personalzahl. Der Impact-Report nennt auf S. 29 „8.600 Personen im erweiterten Unternehmen“ und auf S. 4 im selben Dokument „fast 8.000 Frauen und Männer“ für dieselbe Größe. Eine Erklärung für die Differenz liefert der Bericht nicht. Eindeutig sind dagegen die 1.900 Konzernbeschäftigten, die an drei Stellen übereinstimmend genannt werden (S. 7, 13 und 29) – die 8.600 bzw. 8.000 schließen die Vertragshändler und deren Personal ein und sind keine Konzernangestellten.
Redaktionelle Einordnung: Für Käufer ist das keine Buchhaltungsfrage. Wer eine Marke nach ihrer Größe beurteilt, sollte wissen, dass die auffälligste Zahl der Website nicht die Herstellerebene beschreibt. Der Hersteller selbst hat 2024 einen Umsatz von 602 Mio. € ausgewiesen und 100.000 montierte Küchen pro Jahr – eine industrielle, aber keine Milliardengröße.
Die Werke im Einzelnen
Weil Produktionsfläche und Jahresausstoß zu den Angaben gehören, die im Netz besonders häufig frei erfunden werden, hier die Zahlen, die das Unternehmen selbst je Standort veröffentlicht (groupe.schmidt, Abruf 12.08.2026):
In Summe rund 224.000 m². Der Impact-Report beschreibt dieselbe Struktur anders: „Im Elsass sind 5 Fabriken der Schmidt Groupe 20 km voneinander entfernt. Nur die Fabrik in Türkismühle (Deutschland) befindet sich in einer Entfernung von 220 km“ (S. 26). Die Summe „sechs Werke“ spricht der Bericht nirgends aus – sie ergibt sich aus der Addition. Eine Anmerkung zur Sorgfalt: Das Unternehmen selbst zählt an einer Stelle „5 Produktionsstandorte im Elsass und im Saarland“, an anderer „vier Produktionsstandorte“, führt aber sechs Standortseiten. Wir geben die Einzelangaben wieder und rechnen sie nicht zu einer Gesamtzahl zusammen, die der Hersteller so nicht nennt.
Zur Einordnung: 800 Bestellungen und rund 6.000 Möbelstücke pro Tag sind eine industrielle Größenordnung – Schmidt ist kein Manufakturbetrieb. Bemerkenswert ist der Widerspruch, den das Unternehmen auflöst: Es produziert ausschließlich auf Bestellung, ohne Lagerbestände, und fertigt trotzdem in dieser Stückzahl. Genau darin liegt die technische Leistung, und sie erklärt die jährlichen Investitionen von 30 bis 40 Mio. € in die Produktionsanlagen (Impact-Report 2025, S. 24) und die über 100 Roboter allein im Werk Sélestat U1. Die Bestellzahlen der Website und die 100.000 montierten Küchen des Reports sind dabei zwei verschiedene Größen: Bestellungen können auch Bad-, Wohn- und Büromöbel enthalten. Wir verrechnen sie nicht gegeneinander.
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Das Studio-Modell: der wichtigste Unterschied
Schmidt-Küchen gibt es nicht im Mehrmarken-Küchenstudio und nicht im Möbelhaus. Der Konzern beschreibt sein Modell selbst so: Die Möbel werden „von der Gruppe nicht direkt an die Kunden verkauft“; stattdessen führen Vertragshändler unabhängige Filialen, die „exklusiv die Produkte vertreiben“. Der Händler gilt dabei ausdrücklich nicht als Weiterverkäufer, sondern als „Mitschöpfer des endgültigen Projekts“.
Der Impact-Report 2025 macht diese Arbeitsteilung noch deutlicher als die Website. In seinem Wertschöpfungsschaubild steht die Schmidt Groupe für „Globale Strategie / Produkt- und Dienstleistungsinnovationen / Produktion, Support, Logistik und Online-Verkauf“, die Vertragshändler dagegen für „Planung, Beratung, Verkauf, Kundenbeziehung, Montage“ (S. 31). Die Montage liegt also beim Händler, nicht beim Hersteller. Das ist für Käufer die praktisch wichtigste Strukturinformation des ganzen Berichts: Die Qualität von Aufmaß, Terminplanung und Einbau hängt am einzelnen Studio – die Fertigungsqualität dagegen am Werk. Zwei Schmidt-Küchen aus demselben Werk können völlig unterschiedlich eingebaut werden.
Zur Größe des Netzes nennt der Hersteller mehrere Zahlen: 920 Verkaufsstellen weltweit (Impact-Report 2025, S. 29), „mehr als 560 Standorte weltweit“ für die Marke Schmidt (Katalog 2026, S. 4) sowie „3.500 geschulte Fachleute“ im weltweiten Netzwerk, aufgeteilt in 1.500 Planer und 2.000 Fachmonteure (home-design.schmidt). Wie viele Studios es in Deutschland gibt, gibt der Hersteller uneinheitlich an: Die Studio-Übersicht führt 17 Standorte auf, die Sitemap der deutschen Website enthält 29 Studio-Seiten (Stand 12.08.2026). Genannt werden unter anderem Karlsruhe, Kehl, Königsbach-Stein, Vaihingen, Ingolstadt, Nürnberg, Dachau, Massing, Schwandorf, Berlin-Mitte, Potsdam, Bützow, Pampow, Elsdorf, Petershagen, Würselen, Bonn-Alfter, Heusenstamm, Bingen, Koblenz, Mainz, Ensdorf, Türkismühle, Dresden, Leipzig, Naumburg, Erfurt und Jena.
Das hat vier praktische Konsequenzen, die vor dem ersten Termin klar sein sollten:
- Kein Markenvergleich im selben Raum. Im Studio sehen Sie Schmidt gegen Schmidt, nicht Schmidt gegen Nolte oder Häcker. Wer vergleichen will, muss das selbst organisieren – eine Übersicht bietet unser Küchenhersteller-Vergleich.
- Deutlich weniger Anlaufstellen. Mit unter 30 Standorten ist die Abdeckung geringer als bei Herstellern, die über hunderte freie Fachhändler verkaufen. Prüfen Sie vorab, wie weit das nächste Studio entfernt ist – das ist nicht nur beim Kauf relevant, sondern auch bei späteren Nachbestellungen.
- Weniger Preisstreuung. Bei frei gehandelten Marken kann derselbe Grundriss bei zwei Händlern spürbar unterschiedlich kalkuliert werden. Im Studio-System ist dieser Spielraum in der Regel kleiner. Der Verhandlungshebel liegt eher in der Ausstattung als im Rabatt.
- Die Montage ist Händlersache. Prüfen Sie das einzelne Studio so sorgfältig wie die Marke – Bewertungen des konkreten Standorts sagen über Ihren Einbau mehr aus als jede Herstellerbroschüre.
Sortiment: Küchenmodelle und Frontmodelle statt Serienlogik
Ein verbreitetes Missverständnis: Schmidt sei wie viele deutsche Hersteller in aufsteigende Programmlinien gegliedert, bei denen mit jeder Stufe Korpus, Beschlag und Front besser werden. So funktioniert das Sortiment nicht – obwohl es sehr wohl Modellnamen gibt. Der Katalog 2026 belegt die Zwei-Ebenen-Logik erstmals lückenlos, weil er zu jeder gezeigten Küche das verwendete Frontmodell nennt.
Ebene 1: Küchenmodelle als Einrichtungsbeispiele
Die vorgestellten Küchen tragen durchgehend Ortsnamen. Sie bezeichnen konkrete Einrichtungsbeispiele – eine bestimmte Küche in einer bestimmten Farbkombination – und sind keine Produktlinien, die man als Paket bestellt. Der Katalog 2026 zeigt im Küchenkapitel unter anderem Paris, Rome, Stockholm, Toulouse, Cambridge, Séville, Lourmarin, Londres, Oslo, Copenhague, Aix-en-Provence, Nice, Berlin, Nuremberg und Leipzig; dazu kommen Bäder wie Montmartre, Birmingham, Turin und Brest sowie Ankleiden, Büros, Raumteiler und TV-Möbel mit eigenen Ortsnamen.
Welches Frontmodell jeweils dahintersteckt, steht auf der Modellseite. Diese Zuordnung ist der eigentliche Schlüssel zum Sortiment:
Redaktionelle Einordnung: Diese Tabelle beantwortet eine Frage, die im Studio regelmäßig für Verwirrung sorgt. Wer sagt „Ich möchte die Küche Lourmarin“, meint in Wahrheit „Front Arcos in Magnolia mit einer Schichtstoffarbeitsplatte in Fox“. Dieselbe Front lässt sich in 25 Farben und mit jeder anderen Arbeitsplatte bestellen – das Einrichtungsbeispiel ist ein Vorschlag, keine Bestellnummer.
Ebene 2: Die Frontmodelle – und warum „Arcos“ keine Einstiegsserie ist
Was man tatsächlich auswählt, sind die Fronten. Der Katalog 2026 nennt 17 Frontmodelle mit Material und Farbanzahl:
Wichtig für alle, die im Netz recherchieren: „Arcos“ ist eine Modellfamilie, keine Einstiegsserie. Unter dem Namen laufen laut Katalog 2026 fünf Varianten aus zwei verschiedenen Materialgruppen – melaminbeschichtet (Arcos, Arcos Edition, Arcos Eolis) und ultramatt lackiert mit Softtouch (Arcos Sweet, Arcos Supermat 20). Von einer Preis- oder Qualitätsstufe kann keine Rede sein: Arcos Sweet aus derselben Familie ist eine lackierte Oberfläche, Arcos eine Melaminbeschichtung. Wer liest, „Arcos“ sei die Einstiegsserie mit einer bestimmten Korpusstärke und bestimmten Beschlägen, liest eine Zuordnung, die vom Hersteller nicht stammt – auch nicht aus dem Katalog 2026. Die relevante Frage im Studio lautet deshalb nicht „welche Serie?“, sondern „welche Front, welche Arbeitsplatte, welche Innenausstattung – und was kostet die Kombination?“.
Eine zweite Beobachtung aus dem Katalogabgleich: Frontmodelle, die auf der Website in Beispielbeschreibungen auftauchen – etwa Giro-Line oder das Curve-Konzept – kommen im Katalog 2026 nicht vor. Umgekehrt tauchen in der Fußnote zur Maßfertigung die Ausführungen „Sign“ und „Twin“ sowie die Programme „Lagune“ und „Crystal“ auf, die im Katalog an keiner Stelle abgebildet sind (S. 74). Das Sortiment ist also größer als der Katalog und wechselt schneller als die Website. Lassen Sie sich im Studio die aktuelle Modellliste zeigen, statt sich auf eine Aufzählung aus dem Netz zu verlassen.
Die acht Oberflächen-Familien
Unabhängig von den Modellnamen ordnet der Katalog 2026 alle Fronten acht Oberflächen-Familien zu (S. 76). Diese Übersicht ist die praktischste Auswahlhilfe im ganzen Katalog, weil sie Haptik, Pflegeeigenschaft und Farbauswahl zusammenführt:
Zwei Hinweise zur Genauigkeit. Erstens nennt der Katalog die Lackfamilie in der Übersicht „Hydro-Seidenglanzlack“, auf allen Modellseiten dagegen „Fronten mit mattem Hydrolack“ – matt und seidenglänzend sind nicht dasselbe; wir geben die Bezeichnung der Modellseiten wieder und empfehlen, den Glanzgrad am Muster zu beurteilen. Zweitens verwechselt der Katalog auf einzelnen Modellseiten die Farbanzahlen der Familien (etwa „melaminbeschichtete Fronten … erhältlich in vier Farben“ auf S. 48, wo Melamin sonst 25 Farben führt). Die Übersicht auf S. 76 ist die konsistentere Quelle.
Ergänzend nennt der Katalog 24 Korpus- und Innenfarben („Eine Palette von 24 Farben schmücken Außen- und Innenseiten Ihrer Möbel“, S. 78) sowie 28 Print-Dekore für den Digitaldruck (S. 79), die nach Herstellerangabe direkt in den eigenen Werken im Elsass gedruckt werden. Zu diesem Druckverfahren macht der Katalog die konkreteste Emissionsaussage des gesamten Dokuments: Die Farben seien frei von leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen, der Druck erfolge „ohne die Emission von VOC und NVC“, und man erfülle die Kriterien der Zertifizierung „Greenguard Gold“; die zulässigen Werte stimmten mit den Empfehlungen des Blauen Engels und der Zertifizierung LEED überein (S. 79). Wichtig dabei: Greenguard Gold bezieht sich hier ausdrücklich auf den Druckprozess, und Blauer Engel und LEED werden als Referenzwerte genannt, nicht als eigene Zertifikate. Drei weitere Dekore stammen aus der Zusammenarbeit mit Christian Lacroix Maison: Algae Bloom, Prête-moi ta plume und Iris des Marais (S. 6).
Küchenmodelle im Katalog 2026: die Einrichtungsbeispiele im Bild
Die folgenden Aufnahmen stammen aus dem Katalog 2026, den uns der Hersteller offiziell und mit ausdrücklicher Verwendungserlaubnis zur Verfügung gestellt hat. Sie zeigen genau die Einrichtungsbeispiele aus der Tabelle oben – jeweils mit dem Frontmodell und den Farbangaben, die der Katalog auf der betreffenden Seite nennt. Wichtig bleibt die Leserichtung: Abgebildet ist ein Vorschlag in einer bestimmten Farbkombination, keine Bestellnummer. Dieselbe Front lässt sich in allen dort angegebenen Farben planen. Preise nennt der Katalog zu keinem dieser Beispiele.
Paris – Modell Loft

Die im Katalog 2026 als neueste Kreation vorgestellte Küche bricht bewusst mit geraden Linien: Sie arbeitet mit sanften Kurven, gerundeten Fronten und grafischen Elementen, die den Raum rhythmisieren. Gezeigt wird die Front Loft mit mattem Hydrolack in „Purple“, kombiniert mit einer Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Gold Marmor“ und „Fox“. Zur Ausstattung des Beispiels gehören eine beleuchtete Vitrine und offene Regalfächer an der Insel.
Rome – Modell Arcos Edition

Das Einrichtungsbeispiel Rome zeigt ein doppelseitiges Schrankwandsystem, das den offenen Raum gliedert, ohne ihn abzuschotten. Der bis zur Decke reichende Raumteiler ist von beiden Seiten nutzbar und kann laut Katalog sogar eine Tür zum Flur aufnehmen. Die melaminbeschichtete Front Arcos Edition ist in „Corten“ abgebildet, dazu eine Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Nano Black“.
Stockholm – Modell Arcos Sweet

Eine durchgehende Küchenzeile ohne sichtbare Griffe: Der Katalog kombiniert hier die ultramatt lackierte Front Arcos Sweet in „Claystone Sweet“ mit einer Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Nano Claystone“ und einer Nischenrückwand in „Crystal Marmor“. Bedient wird über eine schmale Griffleiste an den oberen Schubladen und ein Öffnungssystem an den unteren Auszügen; zusätzlicher Stauraum entsteht über eine Innenschublade.
Toulouse – Modelle Arcos Eolis & Loft

Toulouse mischt zwei Frontmodelle: die melaminbeschichtete Holzoptik Arcos Eolis in „Fox Trot“ und die matt lackierte Front Loft in „Peach“. Dazu kommt eine Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Gold Marmor“. Der Katalog hebt in diesem Kapitel die schlanke Streifenstruktur und die gerundeten Fronten hervor, die Formschönheit und Komfort verbinden sollen.
Cambridge – Modell Arcos Eolis

Cambridge zeigt die melaminbeschichtete Front Arcos Eolis in der hellen Holzoptik „Harvey“, kombiniert mit „Clay“ und einer Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Harvey“. Geplant ist das Beispiel als offene Küche mit angesetzter Theke; hohe Schränke fassen den Zeilenblock seitlich ein.
Séville – Modelle Strass & Arcos Sweet

Séville stellt eine glänzend lackierte Front der Reihe Strass in „Celest“ der ultramatten Arcos Sweet in „Caneo Sweet“ gegenüber. Die Arbeitsplatte besteht laut Katalog aus recycelten Materialien in „Black Juno“, ergänzt um eine Schichtstoff-Fläche in „Alona Oak“ am Tresen.
Lourmarin – Modell Arcos

Lourmarin kombiniert die melaminbeschichtete Front Arcos in der Creme-Nuance „Magnolia“ mit einer Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Fox“. Der Katalog beschreibt das Beispiel als Küche mit klarem Design, in der das Gleichgewicht der Linien die Harmonie schafft, und hebt die warme Wirkung des Farbtons „Fox“ hervor.
Londres – Modell Nebraska

Londres ist das klassischste Beispiel im Küchenkapitel: Rahmenfronten aus massiver Eiche mit einem Mittelteil aus furnierter Esche, offenporig lackiert mit Hydrolack, abgebildet in „Celest“. Dazu kommt eine Quarzo-Arbeitsplatte in „Lyskam“. Vitrinenoberschränke und eine zentrale Insel mit Sitzplätzen prägen die Planung.
Oslo – Modelle Baia & Origin

Oslo stellt laut Katalog die Verarbeitung von Massivholz in den Mittelpunkt: Die Rahmenfront Baia aus massiver Eiche mit furniertem Mittelteil ist in „Alona Oak gebeizt“ abgebildet, die Oberschränke tragen die Front Origin in „Avocado“ – eine melaminbeschichtete Front aus 100 % recyceltem Holz. Die Arbeitsplatte besteht aus recycelten Materialien in „White Teti“. Im selben Kapitel zeigt der Katalog Schubladen mit Seitenwänden aus Rauchglas und eine Arbeitsplatte aus Cosmolite, das zu 100 Prozent aus recycelten Mineralien besteht.
Copenhague – Modell Dolce Bosca

Copenhague ist im Katalog um eine große Insel herum geplant, an der laut Beschreibung gekocht, gegessen und gearbeitet werden kann; die Arbeitsbereiche sind bewusst so großzügig angelegt, dass mehrere Personen gleichzeitig arbeiten können. Die Front Dolce Bosca besteht aus Eichefurnier ohne Astknoten und ist schwarz offenporig lackiert abgebildet. Vitrinenmöbel mit Glasfronten und integrierte Spots gehören zur Ausstattung des Beispiels.
Aix-en-Provence – Modelle Bosca & Bosca Stria

Aix-en-Provence zeigt zwei verwandte Fronten nebeneinander: Bosca mit astigem Eichefurnier und Bosca Stria, bei der dasselbe Furnier zusätzlich genutet ist. Beide sind in „Amber Oak gebeizt“ abgebildet. Die genutete Variante sitzt im Beispiel an der Insel und an den Hochschränken, die glatte Variante an den übrigen Fronten. Eine Arbeitsplatte nennt der Katalog für dieses Beispiel nicht.
Nice – Modelle Loft & Print

Nice kombiniert die matt lackierte Front Loft im Grünton „Mossa“ mit der bedruckten Front Print im Dekor „Botanic Black“, die im Beispiel die geschlossene Hochschrankzeile bespielt. Die Arbeitsplatte ist eine Schichtstoffplatte in „Emerson Mat“. Laut Katalog stehen für Print 28 Dekore ohne Mehrpreis zur Auswahl.
Berlin – Modelle Arcos & Arcos Sweet

Berlin setzt die melaminbeschichtete Holzoptik Arcos in „Murphy“ gegen die ultramatt lackierte Front Arcos Sweet in „Black Sweet“. Die Arbeitsplatte ist eine Schichtstoffplatte in „Nano Black“. Geplant ist das Beispiel als Insel mit anschließender Zeile und schwarzen Vitrinenoberschränken.
Nuremberg – Modelle Mela & Mela +

Nuremberg zeigt die beiden melaminbeschichteten Fronten Mela in „Caneo“ und Mela + in „Vintage Oak“ gemeinsam, dazu Schichtstoff-Arbeitsplatten in „Vintage Oak“ und „Nano Black Marmor“. Das Beispiel ist in einen Raum mit Dachschräge geplant, mit Hochschrankblock an der geraden Wand und einer Theke unter dem Dachfenster.
Leipzig – Modell Loft

Leipzig zeigt die matt lackierte Front Loft in zwei Farben – dem Grünton „Mossa“ für den Unterschrankblock und dem hellen „Celest“ für die Schrankwand – kombiniert mit einer Schichtstoff-Arbeitsplatte in „Alabama“. Die Küche ist als offener Block in den Wohnraum hineingeplant und über eine Theke mit Barhockern zum Sitzbereich hin geöffnet.
Badmöbel aus demselben Katalog
Schmidt plant Küchen, Wohn- und Badmöbel aus demselben Frontprogramm. Der Katalog 2026 belegt das an drei Badbeispielen, die dieselben Frontmodelle tragen wie die Küchen – wer im Studio eine Front auswählt, kann sie also über den Raum hinaus weiterführen. Die folgenden Aufnahmen zeigen Badmöbel, keine Küchen:



Arbeitsplatten: sieben Materialien und 36 Schichtstoff-Farben
Die Arbeitsplatte ist bei jeder Küche einer der größten Preistreiber – und der Katalog 2026 legt hier erstmals eine vollständige Matrix mit Stärken und Farbanzahlen vor (S. 77):
Die 36 Farben für Schichtstoff-Arbeitsplatten teilen sich laut Katalog in 31 Schichtstoff- und 5 Nano-Farben auf – die Rechnung geht exakt auf. Ein achtes Material taucht nur an einer einzigen Stelle auf: Bei der Küche Londres nennt der Katalog eine „Quarzo-Arbeitsplatte in ‚Lyskam‘“ (S. 24), auf der Materialübersicht S. 77 fehlt Quarzo. Ob es weiterhin bestellbar ist, lässt sich aus dem Katalog nicht beantworten – im Studio nachfragen.
Cosmolite verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es die einzige Arbeitsplatte im Sortiment ist, für die der Hersteller eine geschlossene Materialkreislauf-Aussage macht: 100 % aus recycelten Mineralien, 100 % wiederverwertbar (Katalog 2026, S. 77 und S. 27). Wer Nachhaltigkeit nicht nur als Holzthema versteht, findet hier den konkretesten Ansatzpunkt im ganzen Sortiment. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Katalog nennt die fünf Cosmolite-Farben nicht namentlich, und – für die Kaufentscheidung wichtiger – Cosmolite fällt nicht unter die 10-Jahres-Garantie (siehe unten).
Redaktionelle Einordnung zur Plattenstärke: Die Spanne von 12 mm (Compact) bis 78 mm ist ungewöhnlich breit und hat optische wie praktische Folgen. Dünne Compact-Platten wirken leicht und modern, bieten aber weniger Kantenmasse gegen Stöße; 78-mm-Platten wirken massiv und erhöhen die Arbeitshöhe spürbar. Wer die Arbeitshöhe über 3D FIT an die Körpergröße anpassen lässt, sollte die Plattenstärke in dieselbe Rechnung einbeziehen – sonst ist die millimetergenaue Möbelhöhe am Ende doch wieder zu hoch.
Konstruktion und Maße: was der Katalog 2026 beziffert
Dieser Abschnitt ist der eigentliche Gewinn des offiziellen Katalogs. Auf der Website veröffentlicht Schmidt zu Korpus und Konstruktion sehr wenig; im Katalog stehen die Zahlen als geschlossene Übersicht. Alle folgenden Angaben stammen wörtlich aus dem Katalog 2026, S. 80 – es sind Herstellerangaben, keine Messwerte Dritter und kein Prüfergebnis.
Redaktionelle Einordnung: Von diesen acht Punkten sind zwei nachprüfbar konkret (19 mm Plattenstärke, 1,4 mm Dickkante), zwei sind Belastungsangaben ohne genannte Prüfnorm (160 kg, 200 kg), und einer ist ein reiner Werbeclaim („25 Prozent gegenüber anderen Marken“ – ohne Bezugsmarke, ohne Norm, ohne Quelle). Wir geben ihn wieder, weil er im Katalog steht, und kennzeichnen ihn als das, was er ist. Was der Katalog an keiner Stelle nennt: Beschlagmarken, Auszugs-Belastbarkeit in Kilogramm, die Emissionsklasse der Trägerplatten und die Bezeichnung des Korpusmaterials. Die einzige Stelle im gesamten Katalog, die das Trägermaterial verrät, ist ein redaktioneller Fehler – ein französisch stehengebliebener Absatz auf S. 53 spricht von „panneaux de particules“, also Spanplatte.
E130: das Designkonzept
Unter dem Kürzel E130 fasst der Katalog 2026 die Gestaltungsprinzipien zusammen: „E130 ist ein Konzept, das auf den 3 Säulen des Schmidt-Designs basiert: Ästhetik, Raumoptimierung und Ergonomie“ (S. 73). Die drei Säulen werden knapp definiert – Ästhetik als „ausgewogene Proportionen und ein harmonisches Liniendesign“, Raumoptimierung als „Maßanfertigung auf den Millimeter genau, ohne Aufpreis“, Ergonomie als „ideale Möbelhöhe, angepasst an alle Körpergrößen“.
Achtung bei der Recherche: Auf der deutschen Website beschreibt Schmidt unter dem Namen „Evolution 130“ zusätzlich ein Stauraumsystem mit 6 cm mehr Höhe und einem zusätzlichen Schubkasten bei gleicher Stellfläche (33 % mehr Staufläche, bis zu 66 % mit Innenschubkasten, Abruf 12.08.2026). Der Katalog 2026 verwendet dasselbe Kürzel für das Designkonzept und nennt diese Prozentwerte nicht. Wir führen beide Angaben getrennt, statt sie zu einer zusammenzuziehen.
3D FIT: die Maßbereiche in Zahlen
Der Kern der Marke ist die millimetergenaue Fertigung. Der Katalog 2026 beziffert die Spielräume erstmals vollständig (S. 74):
Diese Tabelle ist das stärkste, kaum kommunizierte Verkaufsargument der Marke. Rechnet man Sockel, Möbelhöhe und Plattenstärke zusammen, ergibt sich eine Arbeitshöhe, die in einem sehr weiten Bereich frei wählbar ist – nicht in Rastersprüngen von 15 cm, sondern stufenlos. Für sehr große oder sehr kleine Menschen und für alle, die im Sitzen oder im Rollstuhl arbeiten, ist das ein handfester Vorteil, den der Hersteller in seiner Werbung erstaunlich beiläufig behandelt.
Ebenfalls konkret ist die Stauraumaussage: „Bei SCHMIDT stehen gleich vier unterschiedliche Möbeltiefen zur Auswahl … Der Clou sind die Unterschränke mit 62,5 Zentimeter Tiefe – was 26 Prozent mehr Stauraum im Schrankinneren bedeutet“ (Katalog 2026, S. 74). Auch hier gehört die Einordnung dazu: Der Prozentwert nennt keine Bezugsgröße; welcher Standardkorpus verglichen wird, steht nicht im Katalog.
Die Einschränkung steht im Kleingedruckten. Die Fußnote auf derselben Seite lautet wörtlich: „Bis zu drei maßgefertigte Möbel pro Küche ohne Mehrpreis, wählbar aus einer Kollektion von Möbeln auf Maß, ohne die Ausführungen Sign und Twin, Programme Lagune, Crystal und Holzmodelle, sowie Rahmenfronten aus MDF.“ Die Aussage „Maßanfertigung auf den Millimeter genau, ohne Aufpreis“ von S. 73 gilt also nicht unbegrenzt, sondern für maximal drei Möbel pro Küche und nicht für alle Programme. Beim Abruf der deutschen Website am 12.08.2026 hatten wir eine längere Ausschlussliste notiert, die zusätzlich „Glamour“, „Take“ und Holzmodelle „außer Major“ nannte; im Katalog 2026 und auf der 3D-FIT-Seite steht die kürzere Fassung. Die Liste ist also nicht stabil – lassen Sie sich die aktuell gültige Fassung schriftlich geben, bevor Sie mit Maßmöbeln planen.
Das ist der Punkt, an dem sich Maßfertigung für Käufer auszahlt: Altbauten mit schiefen Wänden, Dachschrägen und Nischen lassen sich ohne Blenden und Füllstücke ausbauen. Bei rechteckigen Neubauräumen mit Standardmaßen fällt der Vorteil deutlich kleiner aus – und bei mehr als drei Sondermöbeln beginnt der Aufpreis.
Weitere Systeme laut Website
Ergänzend zu den Katalogangaben beschreibt die deutsche Website vier Systeme (Abruf 12.08.2026):
Redaktionelle Einordnung: Die tiefere Arbeitsplatte ist der praxisrelevanteste dieser Punkte. Schmidt gibt gegenüber dem Marktstandard 12 cm mehr Auszugstiefe und 5 cm mehr Arbeitsfläche an, ohne diesen Standard selbst zu beziffern. Mehr Ablagefläche hinter dem Kochfeld ist im Alltag spürbar – ein Selbstläufer ist die Mehrtiefe aber nicht. In schmalen Küchen mit gegenüberliegenden Zeilen geht die zusätzliche Tiefe direkt vom Durchgang ab. Unter 3,00 Meter Raumbreite sollte man den Gangabstand vor der Entscheidung ausmessen lassen.
Fronten im Alltag: worauf im Studio zu achten ist
Der Katalog listet Materialien und Farben, sagt aber wenig darüber, wie sich eine Oberfläche nach zwei Jahren Familienküche anfühlt. Drei Punkte, die sich im Showroom in wenigen Minuten selbst prüfen lassen:
- Anti-Fingerabdruck ist keine Garantie. Melamin Sweet und Nano-Schichtstoff werden im Katalog ausdrücklich als „Anti-Fingerabdruck“ beschrieben (S. 76). Supermatte Oberflächen reagieren je nach Ausführung trotzdem unterschiedlich auf Fettfilm. Hand auflegen, abwischen, im Streiflicht ansehen – diese Prüfung ersetzt jede Herstellerbeschreibung.
- Griffe und Öffnungssysteme unterscheiden sich in der Bedienung, nicht nur in der Optik. Der Katalog zeigt bei mehreren Küchen die Kombination aus Griffleiste für obere Schubladen und Öffnungssystem für die unteren Auszüge (etwa bei Stockholm, S. 17). Was grifflose Systeme im Alltag leisten, ordnet unser Ratgeber zu grifflosen Küchen ein. Probieren Sie jede Öffnungsart durch, die Sie täglich nutzen – und zwar an breiten Auszügen unter Last.
- Holzfronten sind nicht gleich Holzfronten. Der Katalog unterscheidet sehr genau: Dolce Bosca hat „Eichefurnier ohne Astknoten“, Bosca „astiges Eichefurnier“, Bosca Stria dasselbe „mit Nuten“, Nebraska massive Eiche mit Eschefurnier im Mittelteil, Baia Rahmenfronten aus massiver Eiche (S. 24–31). Das sind sichtbare Unterschiede und – mangels veröffentlichter Preise – vermutlich auch spürbare Preisunterschiede.
Innenausstattung und Stauraum
Hier ist Schmidt konkret. Alle Schubkästen und Auszüge sind laut Hersteller voll ausziehbar; die Seiten bestehen aus Rauchglas, der Antirutschboden ist im Farbton „Caneo“ gehalten. Der Katalog 2026 bestätigt das Rauchglas an der Küche Oslo: „Die Seitenwände der Schublade aus Rauchglas verleihen ein besonders elegantes Erscheinungsbild“ (S. 27). Für die Organisation nennt der Hersteller unter anderem die Eckschublade Le Mans mit drehbaren, rutschsicheren Platten, die Domino Box für größere Gegenstände wie Töpfe, eine flach gelagerte Gewürzschublade, klassische Besteckeinsätze und Trennelemente. Die Möbelkollektion umfasst nach Herstellerangabe rund 2.000 Möbel.
Der Katalog ergänzt Ausstattungsdetails über die Küche hinaus, weil Schmidt denselben Möbelbaukasten für Ankleide, Büro, Bad, Vorratskammer und Raumteiler nutzt: Kleiderlift, beleuchtete Kleiderstange, Hosenhalter und Schuhschublade in der Ankleide (S. 42), integrierte Spots in Schubladen (S. 30), beleuchtete Vitrinen (S. 12), Vorratskammern hinter verborgenen Türen (S. 59) und doppelseitige Raumteiler, die laut Katalog „sogar Platz für eine Tür mit Durchgang in den Flur“ bieten (S. 13).
Vollauszüge als Standard sind ein ernst zu nehmendes Argument. Bei vielen Anbietern sind Fachböden die Basisausstattung und Auszüge aufpreispflichtig – über eine ganze Küchenzeile hinweg summiert sich das.
Garantie: der stärkste belegbare Punkt – mit einer wichtigen Einschränkung
Bei den Garantiezusagen wird Schmidt konkret, und die Fristen sind lang. Der Katalog 2026 formuliert sie als Punkt 7 und 8 seiner zehn Versprechen (S. 80):
- 10 Jahre Garantie – „Auf alle Möbelteile und Schichtstoffarbeitsplatten geben wir 10 Jahre Garantie.“
- 25 Jahre Garantie – „Sie erhalten eine 25-Jahres-Garantie auf unsere Scharniere, Schubkasten- und Auszugsschienen.“
- 2 Jahre Garantie auf Elektrogeräte (Punkt 6).
Die Reichweite der 10 Jahre ist enger, als sie oft wiedergegeben wird. Der Katalogtext nennt ausdrücklich „Möbelteile und Schichtstoffarbeitsplatten“. Keramik, Edelstahl, Holz, Cosmolite, Compact und Quarzo werden in diesem Punkt nicht genannt. Wer sich für eine Keramik- oder Holzarbeitsplatte entscheidet – also für die teureren Varianten – erhält für dieses Bauteil nach dem Wortlaut des Katalogs keine 10-Jahres-Zusage. Der Impact-Report 2025 formuliert an dieser Stelle weiter („10 Jahre Garantie auf Möbel und Arbeitsplatten“, S. 27), ohne die Einschränkung zu wiederholen. Maßgeblich ist im Zweifel der Garantietext im Vertrag, nicht die Broschüre.
Die zweite Fußnote gehört ebenfalls dazu. An beiden Garantiepunkten steht im Katalog ein Sternchen, das unten aufgelöst wird: „* davon zwei Jahre gesetzliche Garantie“ (S. 80). Die 10 bzw. 25 Jahre sind also inklusive der ohnehin bestehenden gesetzlichen Gewährleistung zu lesen – nicht zusätzlich zu ihr. Der Katalog verweist außerdem auf „die allgemeinen Geschäftsbedingungen in den Fachgeschäften, die diese Engagements näher erläutern“.
Aus den Garantiebedingungen der deutschen Website kommen zwei weitere Ausnahmen: Von den 10 Jahren ausgenommen sind Unterschränke für Muldenlüfter, Elektrogeräte und Dunstabzüge; von den 25 Jahren ausgenommen sind „besondere Beschläge, wie Apothekerschrank-Auszüge und LeMans-Beschläge“.
Redaktionelle Einordnung: Eine 25-Jahres-Zusage auf die Bewegungsmechanik ist bemerkenswert, weil genau dort Küchen im Alltag verschleißen. Drei Einschränkungen gehören trotzdem dazu. Erstens sind die Ausnahmen relevant – ausgerechnet Apothekerauszüge und Le-Mans-Eckbeschläge, also mechanisch stark belastete Bauteile, fallen nicht unter die lange Frist; die Aufzählung im Original ist zudem offen formuliert („wie“), fragen Sie die vollständige Liste ab. Zweitens deckt die 10-Jahres-Frist ausgerechnet die hochwertigen Arbeitsplattenmaterialien nicht ab. Drittens ist eine Garantie immer nur so gut wie ihre Abwicklung; die läuft in einem Vertragshändlersystem über das Studio. Fragen Sie deshalb vor Vertragsschluss, wer die Abwicklung übernimmt, wenn ein Studio den Betrieb einstellt.
Die weiteren acht der zehn Katalogversprechen sind Serviceleistungen: ein einziger Ansprechpartner von der Planung bis zur Montage, ein kostenloses Angebot inklusive Aufmaß zu Hause, „fairste Preise“, die Einhaltung des Liefertermins, fachgerechter Anschluss der Elektrogeräte samt Einweisung, Lieferung und Montage sowie ein Sauberkeitsversprechen des Montageteams (Katalog 2026, S. 80). Der Katalog beschreibt zudem den Planungsweg in fünf Schritten (S. 72) – darunter die Möglichkeit, den Beratungstermin telefonisch oder zu Hause wahrzunehmen, eine Planung mit VR-Headset „in vielen Studios“ (also nicht in allen), eine Abnahme im Zuhause durch den Planungsprofi und eine Empfehlungsprämie („ein Geschenk“ nach Studiobedingungen).
Qualitätsprüfungen: was der Hersteller angibt – und was daraus folgt
Vorweg, weil es hier besonders wichtig ist: Wir haben keine Schmidt-Möbel geprüft. Alles Folgende sind Angaben des Herstellers über seine eigenen Prüfungen. Wir geben sie wieder, weil sie für Käufer interessant sind, und kennzeichnen ihre Herkunft.
Der Katalog 2026 verweist auf S. 80 in einem Hinweiskasten auf eigene Prüfungen: „Entdecken Sie online alle Videos mit unseren Qualitätstests!“ Mehr steht dort nicht – keine Norm, keine Prüfstelle, keine Zyklenzahl, keine Adresse der Videos. Konkreter werden die anderen beiden Herstellerquellen, und zwar unterschiedlich konkret:
Beide Angaben stammen vom Unternehmen, beide beziehen sich auf das eigene Labor – und sie unterscheiden sich um den Faktor zwei. Der Report spricht von „bis zu“, die Website nennt einen festen Wert; möglicherweise beschreiben sie unterschiedliche Prüfprogramme. Der Hersteller erklärt die Differenz nicht. Belastbar bleibt: Schmidt prüft nach eigener Aussage Öffnungszyklen deutlich oberhalb der französischen Norm NF Ameublement, die laut Herstellerangabe 60.000 Zyklen verlangt.
Weiter nennt der Impact-Report für die Regale „Strapazierfähigkeitskriterien … 1,7-mal über dem Marktstandard“ und beschreibt eigene Protokolle dort, „wo keine Normen existieren“ – etwa für Griffe, wo die Wirkung von Handschweiß untersucht werde (S. 27). Die Website ergänzt, dass Arbeitsplatten auf Hitze-, Feuchtigkeits- und Kratzbeständigkeit und Fronten auf UV-, Feuchtigkeits- und Temperaturwechselbeständigkeit geprüft werden, und beziffert die Qualitätsabteilung mit 35 Mitarbeitenden in vier Fachbereichen.
Was davon drittgeprüft ist. Genau ein produktbezogener Nachweis im gesamten Material stammt von einer externen Stelle: die französische Zertifizierung NF Ameublement, vergeben über die Zertifizierungsstelle FCBA. Sie garantiert laut Impact-Report, „dass jedes Stück den Sicherheitsnormen entspricht, dass es robust, langlebig und nicht gesundheitsschädlich ist und in Frankreich aus erstklassigen Materialien hergestellt wurde“ (S. 28). Der entscheidende Punkt für Käufer: Die Liste der zertifizierten Produkte ist öffentlich einsehbar – unter certification-ameublement.fcba.fr. Wer wissen will, ob das konkret geplante Möbel unter das Zertifikat fällt, kann das dort selbst nachschlagen, statt sich auf eine Broschüre zu verlassen. Die Website nennt zusätzlich die Zertifizierung NF Environnement für reduzierte Umweltauswirkungen über den Produktlebenszyklus.
Nachhaltigkeit: Zertifikate, CO₂-Bilanz und was für deutsche Käufer daraus folgt
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Der Impact-Report 2025 ist eine Selbstauskunft des Unternehmens – aber eine ungewöhnlich detaillierte. Er trennt an vielen Stellen sauber zwischen drittgeprüften Labeln und eigenen Kennzahlen, und er benennt eigene Schwächen. Wir gliedern danach.
Von externen Stellen vergeben
Zur Vollständigkeit zwei Präzisierungen. Erstens: Eine FSC-Zertifizierung wird an keiner Stelle behauptet – weder im Katalog noch im Impact-Report. Die Holzzertifizierung von Schmidt läuft ausschließlich über PEFC. Wer im Netz „FSC“ im Zusammenhang mit Schmidt liest, liest eine Angabe, die vom Hersteller nicht stammt. Zweitens weichen die PEFC-Nummern der Quellen voneinander ab: Impact-Report und Konzernwebsite nennen die Lizenz 10-31-1991, das Impressum des Katalogs 2026 dagegen PEFC/04-31-1033 (S. 82). Eine Erklärung dafür geben die Quellen nicht.
Holz: 84 Prozent, nicht 100
Der Impact-Report beziffert den PEFC-Anteil des beschafften Holzes mit „84 % (Angabe für 2023)“ (S. 11). Der Katalog formuliert vorsichtiger, aber in dieselbe Richtung: „Dafür setzen wir auf Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern* und tragen stolz das PEFC-Zertifikat“ – mit der Fußnote „* Mindestens 80 %“ (S. 4). Über die Herkunft der übrigen 16 Prozent sagt keine der beiden Quellen etwas. Begleitet wird die Holzbeschaffung nach Berichtsangabe seit 2021 vom WWF Frankreich, der eine „kritische Analyse“ der Beschaffungs- und Biodiversitätsstrategie vornimmt (S. 9, 24).
CO₂: der größte Hebel liegt bei den Geräten
Der ehrlichste Teil des Berichts ist die CO₂-Bilanz, weil sie mit Absolutwert, Bezugsjahr, Methodik und Aufteilung veröffentlicht wird: 481.405 t CO₂eq für das Jahr 2023, erstellt mit dem Werkzeug der französischen Umweltagentur ADEME und nach ISO 14064 zertifiziert (S. 22–23). Davon entfallen laut Bericht 99 Prozent auf Scope 3 – also auf vor- und nachgelagerte Emissionen, die der Hersteller nicht direkt steuert. Die Aufteilung: 54 % Produktbeschaffung (Rohstoffe und Elektrogeräte), 21 % Produktverwendung, 10 % Lebensende, 6 % Transport, 4 % andere Dienstleistungen, 4 % übriges Scope 3, 1 % Scope 1 + 2.
Der bemerkenswerteste Satz steht daneben: „Elektrogeräte machen mehr als 50 % der jährl. CO2-Bilanz aus“ (S. 23, mit Quellenangabe ADEME). Für Käufer ist das die praktisch wichtigste Aussage des ganzen Berichts – wer beim Küchenkauf CO₂ sparen will, entscheidet das bei der Geräteauswahl, nicht beim Korpus und nicht bei der Front.
Als Ziele für 2030 nennt der Bericht eine Reduktion von Scope 1 + 2 um 45 % und von Scope 3 um 30 %, ausdrücklich als „theoretische Ziele im Vergleich zu 2015“ (S. 22). Bei der Energie nennt er für 2024 gegenüber 2023 24 % weniger Gas- und 9,3 % weniger Stromverbrauch, entsprechend 300 t CO₂ – gemessen an der Jahresbilanz von 481.405 t sind das 0,06 Prozent. 50 % des Stroms und Gases werden nach Berichtsangabe als grüne Energie eingekauft (Ziel 2025: 100 %), 1,6 % des Stroms selbst erzeugt (S. 24).
Kreislaufwirtschaft: ein französischer Pilotversuch, kein deutsches Angebot
Hier ist eine klare Ansage nötig, weil das Thema leicht überschätzt wird. Der Impact-Report beschreibt einen Versuch zur Rücknahme alter Küchen: Seit Mitte 2023 wurden im Rahmen eines Pilotprojekts 50 Küchen demontiert und 18 aufbereitet, die anschließend in den sozialen Wohnungsbau gingen; investiert wurden 167.000 €. Der Versuch findet ausdrücklich in Île-de-France statt und nur in „Studios, die am Test teilnehmen“ (S. 25). Für 2025 will das Unternehmen weitere Projekte „sondieren“.
Das ist kein Rücknahmeangebot für deutsche Käufer. Wer eine alte Küche entsorgen muss, sollte davon nichts erwarten. Dasselbe gilt für die im Bericht genannten Organisationen Ecomaison und Valdélia – beides französische Rücknahmesysteme, zu denen der Bericht über die bloße Mitgliedschaft hinaus nichts beziffert.
In der Produktentwicklung nennt der Bericht ein „4-R-Prinzip“ aus Reduzieren, Reparieren, Re-use und Recyceln, darunter das Ziel, „Produkte zu entwickeln, die vom Verbraucher repariert werden können“ (S. 25). Das bleibt ein Prinzip: Zur Ersatzteilverfügbarkeit und zu Vorhaltefristen enthält der Bericht keine einzige Angabe – obwohl das eine der wichtigsten Fragen für eine Küche ist, die 20 Jahre halten soll.
Was der Hersteller zu Emissionen im Innenraum sagt
Konkret sind zwei Aussagen. Erstens der Lack: Durch die Verwendung eines Hydro-Lacks auf Wasserbasis „für alle lackierten Modelle“ habe man die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen „von 55 auf 5 %“ gesenkt (Impact-Report 2025, S. 26). Die Bezugsgröße dieser Prozentwerte nennt der Bericht nicht, ein Bezugsjahr ebenso wenig – wir geben die Zahl deshalb nur mit dieser Einschränkung wieder. Zweitens der Digitaldruck mit Greenguard Gold (siehe oben). Eine Emissionsklasse für die Trägerplatten (E1, E0,5), einen Formaldehydwert oder ein Innenraumluft-Label nennt keine der drei Quellen. Wer darauf Wert legt, muss im Studio danach fragen.
Preise: was sich seriös sagen lässt – und was nicht
Zur allgemeinen Orientierung, was Küchen kosten, führt unser Ratgeber zu Küchenpreisen. Schmidt selbst veröffentlicht keine Preislisten, keine Serienpreise und keine Quadratmeter- oder Laufmeterpreise – auch im Katalog 2026 steht keine einzige Preisangabe. Wer im Netz konkrete Beträge für bestimmte Schmidt-Programme liest, sollte deren Quelle prüfen: Aus Herstellerangaben stammen sie nicht. Wir nennen aus diesem Grund bewusst keine Beispielpreise für Schmidt-Küchen.
Der Hersteller beschreibt stattdessen die Preistreiber und stellt ein kostenloses Angebot inklusive Aufmaß zu Hause in Aussicht (Katalog 2026, S. 80). Als wesentliche Stellschrauben nennt Schmidt:
Der Katalog stützt diese Reihenfolge indirekt: Melamin wird dort als Oberfläche mit „gutem Preis-Leistungs-Verhältnis“ eingeführt (S. 76), und mehrere Frontfarben werden ausdrücklich als „ohne Mehrpreis“ ausgewiesen – ein Hinweis darauf, dass die Farbwahl innerhalb einer Familie preisneutral ist, der Wechsel der Familie aber nicht.
Redaktionelle Einordnung, mit einer Ergänzung: Bei einer durchgeplanten Küche entscheidet die Innenausstattung häufiger über das Endbudget als die Front. Fronten sieht man, Auszüge zahlt man – und zwar an jedem einzelnen Unterschrank. Der zweite unterschätzte Posten sind die Maßmöbel: Drei sind laut Katalog ohne Mehrpreis, alles darüber nicht.
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Lieferzeit
Schmidt nennt öffentlich keine Lieferzeiten – weder auf der Website noch im Katalog 2026. Als Versprechen führt der Katalog lediglich „Einhaltung des Liefertermins“ mit der Formulierung „Wir bemühen uns stets, die Fristen und Termine genau einzuhalten“ (S. 80). Belastbar ist damit nur: Weil jede Küche nach Aufmaß individuell gefertigt wird, entsteht die verbindliche Terminzusage erst nach der finalen Planung. Zahlen, die im Netz als „Lieferzeit bei Schmidt“ kursieren, sind nicht durch Herstellerangaben gedeckt.
Praktisch heißt das: Verlassen Sie sich auf keine Zahl, die vor dem Aufmaß genannt wird, und lassen Sie sich den Termin schriftlich bestätigen, bevor Sie Handwerker, Umzug oder Mietende danach ausrichten. Zum Kundendienst gibt der Impact-Report an, innerhalb von 24 Stunden Antworten an Händler und Endverbraucher zu liefern (S. 27) – eine Selbstauskunft ohne Messgröße.
Was Schmidt weiterhin nicht veröffentlicht
Auch mit Katalog und Impact-Report bleiben Lücken. Wir benennen sie, weil das Fehlen einer Angabe eine Information ist – und weil im Netz genau diese Lücken am häufigsten mit erfundenen Zahlen gefüllt werden. In keiner der drei Quellen stehen:
- Beschlag- und Scharniermarken – im gesamten Katalog wird kein Zulieferer genannt
- Belastbarkeit der Auszüge in Kilogramm sowie Typenbezeichnungen für Vollauszüge und Softclose
- Emissionsklasse der Trägerplatten (E1, E0,5) und Formaldehydwerte
- Die vier konkreten Möbeltiefen in Zentimetern – nur die 62,5 cm des Unterschranks sind beziffert
- Preise, Preisgruppen und Aufpreislisten
- Lieferzeiten in Wochen
- Ersatzteilverfügbarkeit und Vorhaltefristen
- Kundenzufriedenheitswerte – der Impact-Report widmet der Mitarbeiterzufriedenheit sieben Prozentwerte, der Kundenzufriedenheit keinen einzigen
- Zyklen-, Norm- und Prüfstellenangaben zu den Belastungswerten 160 kg und 200 kg
Für wen Schmidt passt – und für wen nicht
Die folgende Einordnung ist unsere redaktionelle Einschätzung auf Basis des Vertriebs- und Fertigungsmodells und der belegten Herstellerangaben, nicht das Ergebnis eines Produkttests.
Passt gut, wenn:
- Ihr Raum vom Standardmaß abweicht – Altbau, Dachschräge, Nische, ungewöhnliche Deckenhöhe. Hier zahlt sich die Maßfertigung real aus.
- Sie eine Arbeitshöhe außerhalb des Rasters brauchen. Sockel 7–20 cm, Möbelhöhe 52–91 cm und Plattenstärken von 1,2 bis 7,8 cm ergeben eine Spanne, die kaum ein Serienhersteller anbietet.
- Ihnen Stauraumoptimierung wichtiger ist als der niedrigste Preis. Die 62,5-cm-Unterschränke mit laut Hersteller 26 % mehr Stauraum adressieren genau das.
- Sie langfristig denken. Die 10- und 25-Jahres-Garantien sind für dieses Segment ungewöhnlich weitreichend – bei den Möbelteilen und der Mechanik.
- Sie eine durchgehende Betreuung aus einer Hand einer Auswahl aus vielen Marken vorziehen.
Passt weniger gut, wenn:
- Sie mehrere Marken direkt gegeneinander abwägen wollen. Das Studio-Modell ist dafür nicht gebaut.
- Sie fern eines der 17 bis 29 deutschen Studios wohnen – Anfahrt, Aufmaß und spätere Nachbestellungen werden dadurch aufwendiger.
- Sie eine Keramik-, Holz- oder Cosmolite-Arbeitsplatte wollen und dafür dieselbe 10-Jahres-Zusage erwarten wie für Schichtstoff.
- Sie einen Standard-Rechteckraum ausstatten und vor allem auf den Preis schauen. Der Maßfertigungsvorteil verpufft dort weitgehend.
- Sie vorab eine belastbare Preisorientierung brauchen, bevor Sie einen Beratungstermin wahrnehmen.
- Grundriss mit Maßen und Fensterpositionen zum ersten Termin mitbringen
- Front-, Dekor-, Oberflächenfamilie und Kantenbezeichnung im Angebot schriftlich ausschreiben lassen
- Arbeitshöhe aus Sockel, Möbelhöhe und Plattenstärke gemeinsam berechnen lassen
- Bei Küchen unter 3,00 m Raumbreite den Gangabstand mit der 62,5-cm-Tiefe prüfen lassen
- Anzahl der als Maßmöbel kalkulierten Schränke abfragen – drei sind laut Katalog ohne Mehrpreis
- Garantieumfang je Arbeitsplattenmaterial schriftlich bestätigen lassen
- Klären, wer die Garantieabwicklung übernimmt, falls das Studio schließt
- Liefertermin erst nach Aufmaß akzeptieren – und schriftlich
- Ein Vergleichsangebot bei einer frei gehandelten Marke zum identischen Grundriss einholen – etwa im Vergleich mit Nobilia
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Abschließende Einordnung: Pro und Contra
Empfehlung: Redaktionelle Einschätzung: Schmidts Stärke liegt in der millimetergenauen Fertigung – die Maßbereiche aus dem Katalog 2026 belegen einen Spielraum, den Serienhersteller nicht bieten – und in ungewöhnlich langen, öffentlich bezifferten Garantiefristen. Der Vertrieb ausschließlich über Vertragshändler begrenzt Erreichbarkeit und Vergleichbarkeit und verlagert Planung wie Montage auf das einzelne Studio. Für Räume mit Standardmaßen fällt der Maßfertigungsvorteil klein aus, für Altbau, Dachschrägen, Nischen und für Menschen mit ungewöhnlicher Körpergröße dagegen deutlich ins Gewicht. Wer eine hochwertige Arbeitsplatte plant, sollte den Garantieumfang für genau dieses Material schriftlich klären.
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FAQ: Häufige Fragen zu Schmidt Küchen
Ist Schmidt ein französischer oder ein deutscher Hersteller?
Beides. Gegründet wurde das Unternehmen 1934 von Hubert Schmidt im Saargebiet; Ursprungsort ist Türkismühle. 1959 kam der Standort Lièpvre im Elsass dazu, wo heute der Konzernsitz liegt (Katalog 2026, S. 82). Der Impact-Report 2025 nennt fünf Fabriken im Elsass und eine in Türkismühle, die er als „historischen Standort“ bezeichnet (S. 26, S. 31). Die deutsche Gesellschaft ist die SCHMIDT Küchen GmbH in Nohfelden.
Welche Frontmodelle gibt es bei Schmidt?
Der Katalog 2026 nennt 17: Arcos (25 Farben), Arcos Edition (3), Arcos Eolis (25), Arcos Sweet (8), Arcos Supermat 20 (4), Loft (21), Moon (21), Strass (5), Nebraska (10), Baia (13), Origin (4), Dolce Bosca (13), Bosca (3), Bosca Stria (3), Mela (3), Mela + (10) und Print mit 28 Dekoren. Wichtig: Arcos ist eine Modellfamilie mit fünf Varianten aus zwei Materialgruppen, keine Einstiegsserie. Die Küchen mit Ortsnamen – Paris, Lourmarin, Stockholm, Berlin, Leipzig – sind Einrichtungsbeispiele, die jeweils eines dieser Frontmodelle verwenden.
Welche Maße lassen sich bei Schmidt anpassen?
Laut Katalog 2026 (S. 74) die Arbeitsplattenstärke von 1,2 bis 7,8 cm, die Sockelhöhe von 7 bis 20 cm und die Möbelhöhe von 52 bis 91 cm; die Breite wird millimetergenau angepasst, bei der Tiefe stehen bis zu vier Varianten zur Verfügung. Die Fußnote schränkt ein: bis zu drei maßgefertigte Möbel pro Küche ohne Mehrpreis, ausgenommen die Ausführungen Sign und Twin, die Programme Lagune und Crystal, Holzmodelle sowie Rahmenfronten aus MDF.
Welche Garantie gibt Schmidt – und worauf genau?
Laut Katalog 2026 (S. 80) zehn Jahre auf alle Möbelteile und Schichtstoffarbeitsplatten, 25 Jahre auf Scharniere, Schubkasten- und Auszugsschienen sowie zwei Jahre auf Elektrogeräte. Zwei Einschränkungen stehen in den Fußnoten beziehungsweise den Garantiebedingungen: Die Fristen enthalten die zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung, und Keramik-, Holz-, Edelstahl- und Cosmolite-Arbeitsplatten sind im Zehn-Jahres-Punkt nicht genannt. Von den 25 Jahren ausgenommen sind laut Website besondere Beschläge wie Apothekerschrank-Auszüge und Le-Mans-Beschläge.
Welche Arbeitsplatten bietet Schmidt an?
Der Katalog 2026 (S. 77) führt Schichtstoff (20/40/78 mm, 31 Farben), Schichtstoff Nano (20/39 mm, 5), Schichtstoff Compact (12 mm, 4), Cosmolite (20 mm, 5), Keramik (20/40/78 mm, 6), Edelstahl (40 mm) und Holz (40/78 mm, unter anderem Buche, Eiche, Ahorn, Nussbaum). Cosmolite besteht laut Hersteller zu 100 Prozent aus recycelten Mineralien und ist zu 100 Prozent wiederverwertbar. Eine Quarzo-Platte taucht nur auf einer Modellseite auf und fehlt in der Materialübersicht.
Was kostet eine Schmidt-Küche?
Schmidt veröffentlicht keine Preise – auch im Katalog 2026 steht keine Preisangabe. Der Preis entsteht individuell nach Aufmaß und Ausstattung; der Hersteller stellt ein kostenloses Angebot inklusive Aufmaß zu Hause in Aussicht. Als Preistreiber nennt Schmidt Arbeitsplattenmaterial, Auszüge gegenüber Fachböden, Frontmaterial und Elektrogeräte. Konkrete Beträge, die im Netz für einzelne Schmidt-Programme kursieren, stammen nicht vom Hersteller.
Welche Beschläge verbaut Schmidt?
Weder der Katalog 2026 noch der Impact-Report 2025 noch die Produktseiten nennen eine Beschlagmarke. Belegt ist, dass die Scharniere serienmäßig mit einer Dämpfung ausgestattet sind (Katalog 2026, S. 80), dass alle Schubkästen und Auszüge voll ausziehbar sind und dass auf Scharniere und Auszugsschienen eine 25-jährige Garantie gilt. Angaben zu bestimmten Beschlagmarken oder Belastungsgrenzen, die im Netz für Schmidt kursieren, sind nicht durch Herstellerangaben gedeckt.
Ist Schmidt FSC-zertifiziert?
Nein – jedenfalls behauptet der Hersteller das nirgends. Weder der Katalog 2026 noch der Impact-Report 2025 erwähnen FSC. Die Holzzertifizierung läuft ausschließlich über PEFC; der Impact-Report beziffert den PEFC-Anteil des beschafften Holzes mit 84 Prozent für 2023 (S. 11), der Katalog nennt in einer Fußnote „mindestens 80 %“ (S. 4). Hinzu kommen B Corp (seit 2023, 84,3 Punkte), die vierfache ISO-Zertifizierung und das Produktzertifikat NF Ameublement mit öffentlich einsehbarer Produktliste.
Nimmt Schmidt alte Küchen zurück?
Für deutsche Käufer nicht. Der Impact-Report 2025 beschreibt einen Pilotversuch zur Kreislaufwirtschaft mit 50 demontierten und 18 aufbereiteten Küchen und einer Investition von 167.000 € – ausdrücklich beschränkt auf Île-de-France und auf Studios, die am Test teilnehmen (S. 25). Ein Rücknahmeangebot für Endkunden in Deutschland leitet sich daraus nicht ab.
Wie lange dauert die Lieferung?
Schmidt veröffentlicht keine Lieferzeit. Da jede Küche nach Aufmaß gefertigt wird, wird der verbindliche Termin erst nach der finalen Planung genannt. Der Katalog nennt als Versprechen lediglich die „Einhaltung des Liefertermins“ ohne Fristangabe. Lassen Sie sich den Termin schriftlich bestätigen, bevor Sie andere Gewerke danach terminieren.
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