Küchenzeile ohne Geräte 2026: Preise, Nischenmaße und was wirklich fehlt
Was Küchenzeilen ohne Elektrogeräte kosten, wie viel der Geräteaufpreis bei identischen Zeilen ausmacht, welche Nischenmaße Sie bekommen und wann sich der Selbstkauf der Geräte wirklich rechnet.
Küchenleerblock, Küchenzeile ohne E-Geräte, Küchenblock ohne Geräte: Gemeint ist immer dasselbe Möbel ohne Backofen, Kochfeld, Kühlschrank und Geschirrspüler. Wir haben die Angebote von IKEA, respekta, OBI, Hornbach, POCO, Roller, Möbel Boss und Vicco geprüft (Stand 2026) und nur Preise und Maße übernommen, die im Seitentext der Anbieter stehen. Dazu haben wir ausgewertet, was Käufer in Foren über den Selbstkauf der Geräte berichten.
Was „ohne Geräte" im Lieferumfang wirklich heißt
Der Begriff ist keine einheitliche Zusage. Drei Abweichungen tauchen bei der Prüfung immer wieder auf, und jede kostet Geld, wenn man sie übersieht.
Spüle, Armatur, Arbeitsplatte
Die Spüle ist mal dabei, mal nicht. Bei OBI (OPTIFIT Faro220, Held Möbel Sorrento und Mailand), bei Hornbach (Held Möbel PISA) und bei mehreren Roller-Zeilen liegt eine Einbauspüle bei. Bei respekta steht dagegen ausdrücklich: „Achtung: Es handelt sich um einen Küchenleerblock. Elektrogeräte und die Spüle sind nicht im Lieferumfang enthalten." Auch POCO (Style, Stina, Oliver), Roller Chromix und GIRONA sowie Möbel Boss liefern ohne. Eine Einbauspüle kostet je nach Material 50 bis 250 €.
Die Armatur liegt praktisch nie bei. In keiner der geprüften Küchenzeilen war sie enthalten; die einzige Ausnahme im ganzen Datensatz ist die IKEA-Kochnische ÄSPINGE, bei der eine LAGAN-Mischbatterie im Set liegt. Roller, POCO und Hornbach schließen die Armatur ausdrücklich aus, die übrigen erwähnen sie schlicht nicht. Rechnen Sie 50 bis 200 € dazu.
Und manchmal sind doch Geräte drin. POCO führt die respekta Singleküche Luis in der Kategorie „ohne E-Geräte", obwohl die Produktseite eine Kochmulde und eine Einbauspüle auflistet. Die Kategorie ist also kein Beleg, nur die Stückliste auf der Produktseite ist einer. Achten Sie auf die Zeile „Lieferumfang", nicht auf die Überschrift.
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Was Küchenzeilen ohne Geräte kosten
Quellen: ikea.com, kitchcom.com (respekta), obi.de, hornbach.de, poco.de, roller.de, moebel-boss.de, abgerufen am 23.09.2026. Alle Preise Stand 2026, Aktionspreise einzelner Filialen können abweichen.
Zwei Dinge fallen in der Tabelle auf. Erstens beginnt das Angebot je nach Anbieter an völlig unterschiedlichen Punkten: IKEA führt Leerblöcke ab 120 cm, respekta erst ab 220 cm — darunter gibt es dort nur Singleküchen mit Geräten. Wer wenig Platz hat, findet die Übersicht im Ratgeber Singleküche und Miniküche.
Zweitens ist die Auswahl größer, als der Handel sie sichtbar macht. Hornbach listet in der Kategorie „Küchenzeile ohne Geräte" 788 Artikel mit 1.117 Varianten zwischen 399 und 2.339 €, in der Kategorie mit Geräten 1.316 Artikel zwischen 349 und 4.039 €. Der Leerblock ist also kein Nischenprodukt, er steht nur seltener in der Werbung, weil an ihm weniger verdient wird.
Was der Geräteaufpreis kostet
Der ehrlichste Vergleich ist die identische Zeile beim selben Anbieter, einmal mit und einmal ohne Geräte. Sechs solcher Paare ließen sich belegen.
Zwischen zwei und sechs Geräten liegt der Aufpreis bei 471 bis 1.420 €. Umgekehrt gerechnet: Der Leerblock kostet 38 bis 57 Prozent des Komplettpreises derselben Zeile. Das ist die Zahl, gegen die Sie Ihr eigenes Geräteangebot halten müssen.
Lohnt sich der Selbstkauf der Geräte?
Hier gehen die Erfahrungen deutlich auseinander, und zwar nicht zufällig, sondern in zwei stabilen Mustern. Das erste: Die Differenz kann groß sein. Ein Nutzer im Küchen-Forum rechnet sie 2019 vor:
In meinem konkreten Fall habe ich ein Angebot mit und ohne Geräte vorliegen. Inklusive Einbau und Anschluss der eigenen Geräte liegt die Preisdifferenz bei über 8.000 Euro. Die Geräte bekomme ich im Internet inklusive Versand für unter 5.000 Euro.
Ähnlich ein anderer Nutzer 2023, der ein AEG-Kochfeld zum Listenpreis von 1.124 € angeboten bekam und es online zwischen 380 und 500 € fand. Ein dritter beziffert seine Ersparnis auf „ca. 2000-2500 euro" und ergänzt, sein Küchenfachberater habe ihm selbst dazu geraten.
Das zweite Muster ist genauso belegt und wird in Ratgebern meist unterschlagen: Es geht auch andersherum.
Bei uns war es genau andersrum. Laut Küchenstudio kosten ihre Geräte 50% vom Listenpreis (hatte irgendwas mit der jährlichen Abnahnemenge zutun?!). Der Handel konnte nicht mithalten.
Eine andere Käuferin fasst 2014 dasselbe kürzer: „Der örtliche Händler war billiger als das Internet. Also vergleichen lohnt sich." Ein österreichischer Nutzer landete bei rund acht Prozent Aufpreis gegenüber dem billigsten Internetpreis, bekam dafür aber fünf statt zwei Jahre Garantie.
Die belastbare Aussage lautet deshalb nicht „online ist billiger", sondern: Die Differenz muss pro Gerät geprüft werden, und sie reicht von negativ bis mehrere hundert Euro. Besonders oft kippt der Vergleich zugunsten des Studios, wenn Marken im Spiel sind, bei denen der Händler gute Einkaufskonditionen hat.
Nicht jedes Studio macht das mit. Eine Käuferin berichtet aus dem Jahr 2021, sie sei in fünf Küchengeschäften gewesen: „4 Mal bekamen wir die Antwort, dass nur ganze Küchen verkauft werden, weil sie auch was verdienen wollen." Ein anderer Nutzer bekam 2023 zu hören, das Studio baue eigene Geräte auch gegen Bezahlung nicht ein. Wer die Geräte selbst kaufen will, klärt das also vor der Planung, nicht danach.
Nischenmaße: was in den Block überhaupt passt
Der Leerblock legt die Nischen fest, die Geräte müssen sich danach richten. Deshalb steht die Geräteliste vor dem Möbelkauf, nicht umgekehrt. Möbel Boss formuliert das auf der eigenen Kategorieseite so: „Planen Sie zuerst Ihre Geräte, dann die Möbel. So passen Herdbreite, Kühlschrankhöhe und Nischen perfekt zusammen."
Bei Backofen und Geschirrspüler ist das unkritisch, weil der Markt weitgehend genormt ist. Bosch gibt für den Einbaubackofen HBA533BS1 an: „Nischenmaße für Installation mm (HxBxT): 585-595 x 560-568 x 550 mm". AEG nennt für seine 60-cm-Backöfen „Mindesthöhe des Einbaumöbels 578 (600) mm", „Schrankbreite 560 mm" und „Schranktiefe 550 mm". respekta gibt die Gegenseite an: „Nischenmaße Backofen (H x B x T): 60 x 56 x 56 cm" und „Ausschnittmaße Kochfeld (B x T): 56 x 49 cm".
Kühlschrank: sechs Nischenhöhen, eine passt
Der Kühlschrank ist der kritische Punkt, weil es hier mehrere Nischenhöhen gibt und der Leerblock genau eine davon vorgibt.
Quellen: Produktdatenblätter von Bosch und Siemens, Stand 2026, Breite jeweils 560 mm, Tiefe 550 mm, abgerufen am 23.09.2026.
Welche dieser Höhen Sie bekommen, steht im Leerblock. POCO nennt beim Style 260 cm „1x Hochschrank ca. 60 cm (Nischenmaß ca. 88 cm)", Roller beim GIRONA „Nische für Kühlschrank ca. 88 cm hoch inklusive Lüftungsgitter" und bei der ROM-Zeile gleich drei Werte: „Nische für Backofen, Höhe ca. 59 cm", „Nische für Mikrowelle, Höhe ca. 43 cm", „Nische für Kühlschrank, Höhe ca. 88 cm". Vicco gibt die Maße millimetergenau an: „Backofennische: 56,8 x 59,8 x 49,6 cm. Kühlschranknische: 56,8 x 90,6 x 56 cm."
Einbau: was Sie selbst dürfen und wo die Fachkraft beginnt
Beim Selbsteinbau sind sich Forennutzer über mehrere Jahre und beide Foren hinweg auffällig einig. Ein Nutzer stellt 2023 eine Schwierigkeitsskala auf, die die Rangfolge gut trifft: Backofen Stufe 1, Kühlschrank mit Festtür Stufe 2, mit Schlepptür 3, Geschirrspüler 4, Kochfeld 5, Spüle „Level 6 Endgegner". Ein anderer trennt sauber nach Anschlussart:
Bei den steckerfertigen Geräten wie Kühlschrank, Einbau-Mikro, Geschirrspüler, manchmal auch Einbau-Backofen kannst bedenkenlos vorgehen. Jedoch sollte der Geräteanschluss von allen Geräten, die fix mit Klemmen angeschlossen werden auch von jemanden angeklemmt werden, der damit Ausbildung/Erfahrung hat.
Genau diese Trennlinie bestätigen die Hersteller. Bosch liefert Backöfen typischerweise mit Schuko-Stecker aus: „Das Gerät nur an eine vorschriftsmäßig installierte Schutzkontakt-Steckdose anschließen." Beim Kochfeld steht in derselben Reihe von Anleitungen das Gegenteil, nämlich ein Abschnitt „Anschluss ohne vormontierter Leitung" und der Satz: „Elektrischer Anschluss nur durch konzessioniertes Fachpersonal. Bei Falschanschluss erlischt die Garantie."
Warum das Kochfeld die Fachkraft braucht
Der Grund ist die Leistung. Die HEA, die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung, nennt den Schwellenwert: „Laut TAB ist für ein Elektrowärmegerät mit einem Anschlusswert von mehr als 4,6 kW (230 V) ein Drehstromanschluss vorzusehen." Ein modernes Induktionskochfeld liegt weit darüber, das AEG IKS6431AXB etwa bei 7,35 kW laut Typenschild. Steckerfertige Geräte dagegen „erfordern eine Schutzkontaktsteckdose mit einer maximalen Absicherung von 16 A".
Rechtlich ist der Punkt eindeutig geregelt. § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung bestimmt für Arbeiten an der Elektroanlage: „Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden". Miele formuliert es in der Montageanweisung praktisch: „Lassen Sie das Kochfeld nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft an das Elektronetz anschließen." Und dort steht auch, was man sich nicht behelfsweise bauen sollte: „Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabel gewähren nicht die nötige Sicherheit (Brandgefahr)."
Der zweite Grund, das Kochfeld abzugeben, ist die Arbeitsplatte. Der Ausschnitt ist der einzige Arbeitsschritt, den man nicht korrigieren kann. Ein Forennutzer beziffert das Risiko: „im schlimmsten Fall brauchst Du die Arbeitsplatte neu weil Du den Ausschnitt zu groß gemacht hast, mit Wartezeit und Rechnung länge mal breite. Das kann sich durchaus inkl. Nervenarzt auf mehr als 1500,- summieren." Ein anderer berichtet, bei ihm habe den Ausschnitt der Steinmetz gemacht. Siemens gibt für seine Kochfelder an: „Ausschnitt: Mindestabstand zu seitlichen Wänden: 70 mm."
Autark oder als Herdset
Für den Leerblock ist die Unterscheidung wichtig, weil sie über die Wahlfreiheit entscheidet. Bosch erklärt sie so: „Ein autarkes Kochfeld hat eigene Bedienelemente und einen eigenen Netzanschluss. Es kann daher vollkommen unabhängig vom Herd in eine Arbeitsplatte eingebaut werden." Beim Herdset dagegen gilt: „Das Kochfeld wird dann über die Bedienungseinheit des Herdes gesteuert." Wer autark kauft, kann Backofen und Kochfeld getrennt ersetzen und muss nicht bei einer Marke bleiben. Autarke Kochfelder gibt es laut Bosch „in den Breiten 30, 40, 60, 70, 80 und 90 cm".
Die günstigen Leerblöcke sind fast alle auf das Herdset ausgelegt, erkennbar am Herdumbauschrank mit fester Blende. respekta baut beim Oliver 370 dagegen ausdrücklich einen „US 60 für autarkes Kochfeld" ein. Was der Block vorsieht, steht in der Schrankliste.
Was der Einbau durchs Studio kostet
Die genannten Beträge liegen eng beieinander. Berichtet werden 30 bis 50 € pro Gerät, ein österreichischer Nutzer nennt „20 Euro pro Gerät … oder waren es 50", ein anderer 65 € für den Geschirrspüler und 40 bis 50 € für die übrigen Geräte. Bei fünf Geräten sind das 100 bis 325 € — gemessen am Geräteaufpreis von 471 bis 1.420 € also der kleinere Posten. Wer die Montage der ganzen Küche vergibt, findet die Preisspannen im Ratgeber Küchenmontage.
Gewährleistung: wer haftet wofür
Die Rechtslage beschreiben Käufer und Händler im Forum übereinstimmend: Für das Gerät haftet der Geräteverkäufer, für die Montage der Monteur. Ein erfahrener Nutzer formuliert es für eine Käuferin so:
Dir muss klar sein, dass Du Dich vom 'Aus einer Hand'-Szenario verabschiedest und die Verantwortung für die Geräte übernimmst. Wenn die Technik ordentlich eingebaut und in Betrieb genommen wird, bleibt eigentlich nur die Gewärleistung, die dann über einen anderen Partner (nämlich den Händler der Geräte) läuft und nicht über das Küchenstudio.
Das eigentliche Praxisproblem ist nicht die Rechtslage, sondern das Verweisspiel im Schadensfall. Ein Küchenfachberater beschreibt es aus seiner Sicht: Der Kunde melde den Defekt dem Studio, das Studio verweise an den Internetanbieter, dieser wiederum auf den Monteur mit der Behauptung, es sei ein Montagefehler. Ein zweiter Punkt betrifft den Einbau selbst. Eine Käuferin berichtet, sie sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, „dass wenn der Geschirrspüler beim Einbau beschädigt würde, hierfür keine Gewährleistung übernommen werden würde. Das Risiko läge bei uns." Sie ergänzt, darauf hätten sie auch andere Händler hingewiesen.
Wo es wirklich schiefgeht
Nicht der Preis ist der Risikopunkt, sondern die Schnittstelle zwischen Gerät und Möbel. Drei Fälle tauchen wiederholt auf.
✅ Ihre Checkliste für: Wo es wirklich schiefgeht
Für wen sich der Leerblock lohnt
✅ Ihre Checkliste für: Für wen sich der Leerblock lohnt
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